Aufgabe 20

Erläutern Sie die Funktionen des Preismechanismus und die Preisbildung auf den verschiedenen Märkten.

Funktionen des Preismechanismus

1. Gleichgewichtsfunktion

Angebot und Nachfrage führen zu Gleichgewichtspreis –> alle Güter werden verkauft

2. Informations- und Allokationsfunktion

Akteure erhalten Information über Knappheit der Güter und Produktionsfaktoren durch die Höhe des Preises (je höher desto knapper) –> Bemühungen zur Effizienzsteigerung und Substitution der knappen Güter und Produktionsfaktoren durch Akteure

3. Motivations- und Sanktionsfunktion

Preise wirken sich unmittelbar auf Gewinn aus. Unternehmen sind motiviert schnell und vorausschauend zu handeln. Falsche oder langsame Entscheidungen führen zu Sanktionen (Gewinn wird weniger).

Preisbildung

1. Polypol (vollkommene Konkurrenz)

Voraussetzungen: viele Anbieter, viele Nachfrager, vollkommene Transparenz, keine Präferenzen

–> Tendenz zum Gleichgewichtspreis

-          Nachfrageüberhang –> Preis erhöhen

-          Angebotsüberhang –> Preis senken

-          Wirkung von Angebots-/ Nachfrageverschiebungen –> Preisanpassung –> neuer Gleichgewichtspreis

-          Anbieter kann Preis nicht erhöhen (ohne Konsequenzen), sondern nur entscheiden, wie viel er zum Gleichgewichtspreis anbieten möchte –> Mengenanpasser

2. Preisfestsetzung durch Hersteller

- gibt es so heute nicht mehr (gesetzlich verboten); es gibt nur noch die UVP (unverbindliche Preisempfehlung)

Nur noch bei Monopol oder Oligopol möglich: Ertragsgesetz: Erhöhung des Angebotes bis Grenzerlös = Grenzkosten

Erweiterung: Wenn Grenzkosten bzw. –erlöse nicht bekannt, wird durch Stückkosten plus Gewinn der Preis ermittelt. Durch Überprüfung der Nachfragesituation wird nun der Preis erhöht oder gesenkt, bis sich ein Gleichgewichtspreis einstellt.

3. Monopol

Arten von Monopolen:

-          Natürliche Monopole (z.B. durch zu hohe Fixkosten für Neuanbieter (Leitungen, Netze verlegen) –> Monopolist kann Neuanbieter immer unterbieten)

-          Staatliche/ kommunale Monopole (z.B. früher Strom, Gas, Wasser, Post, Telefon)

-          Patente

-          Know-how

-          Alleineigentum an wesentlichem Input

Preisbildung

Nachfragekurve = Preisabsatzfunktion des Monopolisten

–> Monopolist kann entweder den Preis oder die Menge bestimmen

(mehr –> geringerer Preis

weniger –> höherer Preis)

Der Punkt, an dem Grenzkostenkurve die Grenzerlöskurve schneidet wird auf die Nachfragekurve projiziert. Dort ist dann der „Cournot‘sche Punkt“. Diesen Preis wird der Monopolist nun wählen. Er wird den Preis nicht willkürlich wählen, da es sonst für ihn zu starke negative Effekte habe würde (zu wenig Nachfrager, Gewinn).

–> Der Monopolist verkauft weniger zu höheren Preisen als der Polypolist.

4. Oligopol

(wenige, kaum ernstzunehmende Konkurrenz)

Preisfestsetzung durch Rücksichtnahme auf Nachfrager und Konkurrenz

Beim Oligopol wird durch die Anbieter oftmals versucht den Wettbewerb zu beschränken.

–> Kartellbildung (z.B. Strom)

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