Aufgabe 6
Neoklassische Ökonomie
Historischer Hintergrund
- Entstehung Ende des 19. Jahrhunderts
- Antwort auf soziale Bewegung wie die Industrielle Revolution
- knüpft an die Klassik an
- wichtigsten Vertreter: Leon Wallras, Vilfredo Pareto
- auch Heute ist die neoklassische Theorie die herrschende Wirtschaftsschule
Neoklassische Begriffe:
- Nutzen
- Grenznutzen
- Gesetz vom abnehmenden Grenznutzen
Konsumsouveränität:
Niemand (auch nicht die demokratisch legitimierten Entscheidungsträger) hat das Recht die Entscheidung der Konsumenten zu ändern.
Subjektive Wertelehre:
Der Wert eines Gutes (Preis) wird nicht durch die Produktionskosten (wie bei der objektiven Wertelehre), sonder allein von Angebot und Nachfrage bestimmt.
D.h.: Wenn die Konsumenten mehr für eine Gut bezahlen sollen, als es ihnen Wert ist oder es ihnen Nutzen bringt, werden sie auf den Kauf verzichten.
Mit dieser Wertetheorie verliert der Produktionsfaktor arbeit seine zentrale Rolle (stand vorher im Zentrum der wissenschaftlichen Analyse).
Homo oeconomicus:
- handelt rein zweckrational
- alle Entscheidungen werden nach eigener kurzfristiger Nutzenmaximierung gefällt
- befreit von Abwägungsprozessen zwischen gut und böse
- keine Verantwortung gegenüber der Mitwelt oder zukünftiger Generationen
- Egoismus als gesellschaftlich akzeptiert angesehen
- in Politik oder bei “normalen“ menschlichen Beziehungen als verwerflich
- streng zweckrational handelnder Mensch ist nicht überlebensfähig
Spieltheorie:
untersucht menschliches Verhalten in Gruppen (Mindestfairness gegenüber Mitmenschen)
Eine Gruppe erhält 10000Euro und darf sie verteilen, aber nur wenn die zweite Gruppe (H. Oeconomicus) dem zustimmt.
Ein H.O. würde schon bei einem Euro zustimmen, weil er vorher keinen hatte sich denken würde: „Ich hatte vorher keinen und bekomme jetzt einfach einen geschenkt.“
Wir hingegen würden durch unser Fairnessempfinden erst bei ca. 30% bzw. 50% dem Angebot zustimmen.
Funktionsweise der Märkte:
Ausgangslage: Alle Wirtschaftbeziehungen sind Tauschakte auf Märkten.
1. Gütermarkt: Tauscht Güter und Dienstleistungen gegen Geld.
Simultane Bestimmung: Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis; und
der Preis bestimmt die Höhe des Angebots und der Nachfrage.
2. Arbeitsmarkt: Angebot und Nachfrage entscheiden über den Preis der Arbeit (Lohn).
Ist das Arbeitsangebot größer als die Nachfrage der Unternehmen, sinken die Löhne und andersrum.
Sinkt der Lohn stellen die Unternehmen mehr Arbeitskräfte ein und andersrum.
Eine Arbeitslosigkeit aufgrund einer wirtschaftlichen Krise ist ausgeschlossen.(Nur als Übergangssituation oder freiwillige Arbeitslosigkeit.)
3. Kapitalmarkt: Menschen bieten Ersparnisse an und die Unternehmen leihen sich diese
Gelder um zu investieren. Der Preis (Zins) ergibt sich durch Angebot und
Nachfrage.
Der Zins sorgt dafür, dass es nie zu viel und nie zu wenig Kapital gibt.
Voraussetzung vollkommener Märkte:
- auf allen Märkte herrscht vollkommener Wettbewerb, kein Anbieter kann die Preise erhöhen
- Pareto – optimaler – Punkt: ist nicht der Beste, aber der Anbieter wird bei erreichen diesen Punktes alle seine Produkte los (keine Krise)
Alle Kosten und Nutzen gehen in die Preise ein, somit entsteht eine optimale Allokation aller Produktionsfaktoren und eine Verknappung ist ausgeschlossen, da der Preis und das Angebot steigen.
Es entsteht keine Übernutzung der Güter, da sich sonst der Preis erhöht und die Nachfrage sinkt.
Eine reine Marktwirtschaft ohne Staatseingriff führt zum Gesamtwohl (ist erreicht, wenn der Pareto – optimale – Punkt erreicht ist).